Gestern abend hat Microsoft die erste Beta vom Visual C++ 2008 Feature Pack veröffentlicht. Das Paket ist 303 MiB groß und erfordert zur Installation ein englisches Visual Studio 2008. Die dazugehörige Dokumentation ist etwas kleiner (3.40 MiB) und lässt sich auch ohne Installation betrachten.
Mit der Installation des Feature Packs werden die CRT- und MFC-Verzeichnisse aktualisiert. Es empfiehlt sich daher, vor der Installation eine Kopie des aktuellen VS 2008-Installationsverzeichnisses anzulegen, damit man nach der Installation bei Bedarf zwischen beiden Versionen hin- und herschalten kann. Wer nach der Installation einen schwerwiegenden Fehler mit der Meldung bekommt, dass keine VS 2008-Installation gefunden werden konnte, der sollte vor der Installation des Patches die Installations-DVD von VS 2008 einlegen. Eine Aufforderung dazu gibt es nämlich nicht.
Mit dem Visual C++ 2008 Feature Pack verwandelt sich die MFC zu einem Monstrum. Das atlmfc\include-Verzeichnis wächst von 152 Dateien auf 334 Dateien an und im atlmfc\mfc\src-Verzeichnis befinden sich nach dem Update 437 Dateien (vorher 261). Die zu verteilende mfc90(u).dll wächst von 1.10 MiB auf 3.57 MiB an, was die Größe des Redistributionspakets mal eben locker verdreifacht.
Nun zu den guten Nachrichten. Die normalen MFC-Dateien sind bisher (noch?) nicht von den neuen BCG-Dateien abhängig. Wenn man in atlmfc\mfc\src\makefile die Sektion CONTROLBARS entfernt und die neuen Exporte in den mfc90(ud).def-Dateien löscht, dann kann die MFC immer noch ohne die BCG-Dateien erstellt werden. Zudem muss aus der atlmfc\mfc\src\mfcdll.rc noch die Zeile #include “afxribbon.rc” auskommentiert werden, damit die Office 2007-Grafiken nicht eingebunden werden. Wenn das auch in Zukunft so bleibt, dann kann ich damit leben.